Unser Körper bewegt sich nicht mit einzelnen Muskeln. Bei nahezu jeder Bewegung arbeiten mehrere Muskeln und Muskelgruppen zusammen. Sie bilden funktionelle Verbindungen – häufig spricht man vereinfacht von Muskelketten.
Hebt man beispielsweise einen Arm, sind nicht nur die Muskeln der Schulter beteiligt. Auch Schulterblatt, Brustkorb, Wirbelsäule und Rumpfmuskulatur müssen die Bewegung koordinieren und stabilisieren. Das Nervensystem stimmt diese Bereiche fortlaufend aufeinander ab.
Verändert sich die Spannung oder Beweglichkeit in einem Abschnitt, können andere Bereiche versuchen, dies auszugleichen. Solche Anpassungen sind zunächst völlig normal. Bestehen sie jedoch länger, können sich veränderte Bewegungs- und Spannungsmuster entwickeln.
Was bedeutet das für die Myoreflextherapie?
In der Myoreflextherapie wird berücksichtigt, dass Muskeln bei Haltung und Bewegung miteinander zusammenarbeiten. Deshalb können bei der Behandlung auch Punkte entlang einer funktionellen Muskelkette einbezogen werden. Entscheidend ist dabei das individuelle Spannungs- und Bewegungsmuster des Patienten.
So kann beispielsweise eine Veränderung der Spannung in der Bein- oder Beckenmuskulatur Auswirkungen auf die Muskelarbeit im Rumpf haben. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Muskel, sondern das Zusammenspiel innerhalb der gesamten Bewegungskette.
Kurz gesagt:
Muskeln arbeiten nicht für sich allein. Bewegung entsteht durch das abgestimmte Zusammenspiel vieler Muskeln – und genau diese funktionellen Verbindungen werden vereinfacht als Muskelketten bezeichnet.
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Im nächsten MYOREFLEX-WISSEN:
Welche Rolle spielt das Nervensystem bei der Muskelspannung?

