MYOREFLEX-WISSEN – kurz-erklärt
Wie hängen Atmung, Brustkorb und Nacken zusammen?
Zwerchfell, Rippen und Halsmuskeln arbeiten beim Atmen zusammen. Auch das Nervensystem verbindet Hals und Zwerchfell.
Das Zwerchfell als Hauptatemmuskel
Beim Einatmen kontrahiert das Zwerchfell und senkt sich ab. Der Brustraum wird größer, der Druck in der Lunge sinkt und Luft strömt ein. Zwischenrippenmuskeln unterstützen die Erweiterung des Brustkorbs. Die Ausatmung in Ruhe erfolgt überwiegend durch elastische Rückstellkräfte.
Warum arbeitet der Nacken mit?
Die Mm. scaleni verbinden die Halswirbelsäule mit der ersten und zweiten Rippe. Sie unterstützen bereits die ruhige Einatmung.
Der M. sternocleidomastoideus verbindet Brustbein und Schlüsselbein mit dem Schädel. Bei fixiertem Kopf kann er den oberen Brustkorb anheben, besonders bei erhöhtem Atembedarf.
Diese Halsmuskeln übernehmen somit Aufgaben bei Atmung und Kopfbewegung. Bei stärkerer Aktivierung können sich Atemarbeit und Haltearbeit überlagern. Auch die Beweglichkeit von Rippen und Brustwirbelsäule beeinflusst die Atemmechanik.
Die Verbindung über den N. phrenicus
Der N. phrenicus entsteht aus Fasern der Spinalnerven C3–C5. Er zieht am vorderen Skalenusmuskel entlang durch den Brustraum zum Zwerchfell und steuert dessen Kontraktion.
Er führt auch sensible Fasern, unter anderem aus dem Zwerchfell und den zentral aufliegenden Brust- und Bauchfellanteilen. Bei deren Reizung können Schmerzen in die Schulter-/Halsregion übertragen werden. Die Verarbeitung in gemeinsamen Halsmarksegmenten erklärt diesen „übertragenen Schmerz“.
Das ist nicht gleichbedeutend mit einem bloßen muskulären „Ungleichgewicht“ des Zwerchfells. Nackenbeschwerden allein belegen keine Störung des N. phrenicus.
Was bedeutet das für die Behandlung?
In meiner Praxis betrachten wir bei entsprechendem Befund Atembewegung, Rippenbeweglichkeit und Halsmuskulatur gemeinsam. Bei der Myoreflextherapie können ausgewählte Muskelansatzbereiche einbezogen werden. Angepasste Atem- und Bewegungsübungen können ergänzen.
Im nächsten MYOREFLEX-WISSEN:
Wie wirkt sich Stress auf Körper und Muskeln aus – aus Sicht der Myoreflextherapie?

