Viele Menschen kennen das: Nacken, Rücken oder Kiefer werden behandelt, die Beschwerden bessern sich – und nach einiger Zeit sind sie wieder da.
Ein möglicher Grund: Der Ort, an dem wir Beschwerden wahrnehmen, muss nicht immer der einzige Bereich sein, der daran beteiligt ist.
Unser Bewegungsapparat arbeitet nicht mit einzelnen Muskeln, sondern in einem komplexen Zusammenspiel aus Muskeln, Faszien, Gelenken und dem Nervensystem. Muskelketten übertragen Kräfte über mehrere Körperregionen hinweg. Verändert sich an einer Stelle die Spannung oder Beweglichkeit, kann dies deshalb auch andere Bereiche beeinflussen (Tensegrity-Modell).
Eine wichtige Rolle spielt dabei die neuromuskuläre Regulation. Über Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken erhält das Nervensystem fortlaufend Informationen über Spannung, Länge und Bewegung. Auf dieser Grundlage wird der Muskeltonus ständig angepasst.
Bei länger bestehenden Belastungs- oder Spannungsmustern können bestimmte Muskelgruppen dauerhaft eine erhöhte Aktivität zeigen. Andere Strukturen müssen entsprechend kompensieren. So können sich Bewegungsmuster entwickeln, die weit über den ursprünglich schmerzenden Bereich hinausreichen.
Was macht die Myoreflextherapie?
Die Myoreflextherapie betrachtet deshalb nicht ausschließlich den Ort der Beschwerden. Untersucht werden funktionelle Zusammenhänge und muskuläre Spannungsmuster im gesamten Bewegungssystem.
Über gezielte manuelle Reize an definierten Muskel- und Sehnenansätzen wird versucht, die neuromuskuläre Regulation zu beeinflussen und übermäßig erhöhte Muskelspannung zu reduzieren.
Das Ziel ist dabei nicht, lediglich ein Symptom zu behandeln, sondern die individuellen funktionellen Zusammenhänge hinter den Beschwerden genauer zu betrachten.
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Im nächsten MYOREFLEX-WISSEN:
Was passiert bei einem Myoreflex-Druckpunkt?

